Sie sind hier: Ortsverein / Das humanitäre Völkerrecht

 

Das humanitäre Völkerrecht

  • konvention1
  • konvention2
  • konvention3
  • konvention4
  • konvention5
  • wowslider
  • konvention7
jquery slider by WOWSlider.com v8.7


1864 Die Geburtsstunde des humanitären Völkerrechts

Der Auslöser für die Entwicklung des humanitären Völker- rechts ist die Schlacht von Solferino 1859, in der etwa 40.000 Soldaten verletzt und sich selbst überlassen werden. Henry Dunant, ein Genfer Kaufmann, ist zufällig Zeuge des Geschehens und organisiert vor Ort Hilfe. Drei Jahre später entwickelt er in seinem Buch Eine Erinnerung an Solferino die Idee, dass frei- willige Hilfsgesellschaften den Sanitätsdienst der Streitkräfte unterstützen. Grundlage soll ein internationaler Vertrag sein. Ein Jahr später verab- schiedet eine von Dunant und vier Mitstreitern initiierte internationale Staatenkonferenz in Genf eine Resolution, welche die Ideen Dunants aufgreift. Auf einer weiteren Konferenz unterzeichnen zwölf Staaten 1864 die Genfer Konvention. Sie schreibt die Grundsätze des humanitären Völkerrechts fest. Hierzu zählen die Hilfe für Verwundete ohne Unter- scheidung ihrer Nationalität, die Neutralität der Helfenden sowie das Schutzzeichen des roten Kreuzes auf weißem Grund.

Die Genfer Konvention im Ersten Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg unterstützen die Nationalen Rot- kreuzgesellschaften das Sanitätspersonal der Streitkräfte gemäß der Genfer Konvention bei der Versorgung der verwundeten Soldaten. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) richtet eine internationale Zentralstel- le für Kriegsgefangene ein, die Nachrichten zwischen Familienangehörigen austauscht und Nachforschungen nach Vermissten anstellt. Bestehen- de Regelungen und Verbote erweisen sich als unzulänglich oder werden verletzt. Insbesondere Kriegsgefangene sind Repressionen und Einschränkungen ausgesetzt. Durch neu entwickeltes Giftgas verlieren tausende von Soldaten ihr Leben. Zudem bestimmt der Luftkampf das Kriegsgeschehen erstmals auch abseits der Front. Auf all diese Entwicklungen reagiert das Rote Kreuz mit Vorschlägen für neue und überarbeitete Verträge. Das Genfer Protokoll von 1925 verbietet schließlich den Gebrauch von giftigen Gasen. Im Jahr 1929 wird die Genfer Konvention zur Behandlung von Kriegsgefangenen verabschiedet.

Von 1864 bis heute – Die Entwicklung des humanitären Völkerrechts

Das humanitäre Völkerrecht hat sich seit 1864 stetig weiterentwickelt, um sich der Realität bewaffneter Konflikte anzupassen und ihre Opfer besser zu schützen. Nach den Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg wird 1929 das Abkommen über die Behandlung von Kriegsgefangenen beschlossen. Als Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg werden 1949 die heute geltenden Genfer Abkommen verabschiedet. Ein großer Fortschritt ist, dass erstmals Regeln zum Schutz von Zivilpersonen aufgestellt werden. 1977 werden diese Gen- fer Abkommen durch zwei Zusatzprotokolle zum Schutz der Opfer internationaler und nicht-internationaler bewaffneter Konflikte ergänzt. Weitere völkerrechtliche Verträge begrenzen oder verbieten den Einsatz bestimmter Waffen. Die mangelnde Einhaltung und Durchsetzung bestehender Regeln ist heute ein großes Problem.